Heute
wollte ich endlich zum Schneider, um mir meine Stoffhose kopieren zu lassen.
Seit ich hier bin, laufe ich in diesem abgelodderten, ausgeblichenen und durchlöcherten
Ding rum und schäme mich jedes Mal aufs Neue. Da ich aber nur 3 Straßen-Hosen
mit habe, von denen eine nicht unbedingt bürotauglich ist, kam das gute Stück
immer wieder zum Einsatz.
Auf dem
Weg zur Arbeit habe ich also die Augen aufgehalten und bin in fast jede, der
massig vorhandenen Schneiderein, hoffnungsvoll hinein – und ernüchtert wieder
herausspaziert. Die Schneider hier, kennen sich nämlich nur mit der
traditionellen Kleidung aus. Jeans mit Reißverschluss und Hosentaschen, stellen
da schon eine Herausforderung da, vom passenden Stoff ganz zu schweigen!
Ich hatte
die Suche schon fast aufgegeben, als ich doch tatsächlich einen Jeans-Schneider
entdeckte! „Die werden wissen, was ich meine!“, dachte ich und marschierte
frohen Mutes in den Laden. Drinnen schaute ich die Arbeiter (im Übrigen alles
Männer) erwartungsvoll an…. Und sie schauten erwartungsvoll zurück.
Ich holte
mein zerloddertes Muster hervor und erklärte, dass ich diese Hose gern kopiert
hätte. Schweigen… dann ging einer der Männer ins Hinterzimmer und holte einen
weiteren, der auf mich zukam und vor mir stehen blieb. Ich wiederholte also
nochmals, im Glauben, dass er nun verstehen würde, was ich wollte. Als ich
geendet hatte, schaute er mich noch einen Moment verständnislos an um dann zu
erwiedern: „Sorry, no english, Ma'am.“
Jetzt
schaute ich ihn verständnislos an. Dann packte ich meine Hose wieder ein,
verabschiedete mich und ging zur Arbeit.
ABER!
Klein Juli ist ja nicht doof. Auf Arbeit habe ich mir dann von Madan, unserem
Mann für alles, in Nepali aufschreiben lassen, was ich will. Nach der Arbeit machte ich dann wieder bim
Schneider Halt, um selbstbewusst meinen Zettel auf dem Ladentisch zu platzieren.
Der „no english Ma'am“-Typ erkannte mich, schaute auf den Zettel, und lachte. Jetzt
schien er endlich zu verstehen, was ich will. Dennoch verbrachte ich noch gut
20 Minuten in dem Laden, um Maß zu nehmen, Stoff auszusuchen, über den Preis zu
verhandeln und heraus zu bekommen, wann ich das gute Stück denn abholen könne.
Das ist gar nicht so einfach, wenn man sich nicht auf ein und der Selben
Sprache verständigen kann!
Nun denn, jetzt bin ich gespannt, was bei der
ganzen Aktion herauskommt – wir werden sehen…
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