Mittwoch, 25. September 2013

Julia beim Jeans-Schneider



Heute wollte ich endlich zum Schneider, um mir meine Stoffhose kopieren zu lassen. Seit ich hier bin, laufe ich in diesem abgelodderten, ausgeblichenen und durchlöcherten Ding rum und schäme mich jedes Mal aufs Neue. Da ich aber nur 3 Straßen-Hosen mit habe, von denen eine nicht unbedingt bürotauglich ist, kam das gute Stück immer wieder zum Einsatz.
Auf dem Weg zur Arbeit habe ich also die Augen aufgehalten und bin in fast jede, der massig vorhandenen Schneiderein, hoffnungsvoll hinein – und ernüchtert wieder herausspaziert. Die Schneider hier, kennen sich nämlich nur mit der traditionellen Kleidung aus. Jeans mit Reißverschluss und Hosentaschen, stellen da schon eine Herausforderung da, vom passenden Stoff ganz zu schweigen!
Ich hatte die Suche schon fast aufgegeben, als ich doch tatsächlich einen Jeans-Schneider entdeckte! „Die werden wissen, was ich meine!“, dachte ich und marschierte frohen Mutes in den Laden. Drinnen schaute ich die Arbeiter (im Übrigen alles Männer) erwartungsvoll an…. Und sie schauten erwartungsvoll zurück.
Ich holte mein zerloddertes Muster hervor und erklärte, dass ich diese Hose gern kopiert hätte. Schweigen… dann ging einer der Männer ins Hinterzimmer und holte einen weiteren, der auf mich zukam und vor mir stehen blieb. Ich wiederholte also nochmals, im Glauben, dass er nun verstehen würde, was ich wollte. Als ich geendet hatte, schaute er mich noch einen Moment verständnislos an um dann zu erwiedern: „Sorry, no english, Ma'am.“
Jetzt schaute ich ihn verständnislos an. Dann packte ich meine Hose wieder ein, verabschiedete mich und ging zur Arbeit.
ABER! Klein Juli ist ja nicht doof. Auf Arbeit habe ich mir dann von Madan, unserem Mann für alles, in Nepali aufschreiben lassen, was ich will.  Nach der Arbeit machte ich dann wieder bim Schneider Halt, um selbstbewusst meinen Zettel auf dem Ladentisch zu platzieren. Der „no english Ma'am“-Typ erkannte mich, schaute auf den Zettel, und lachte. Jetzt schien er endlich zu verstehen, was ich will. Dennoch verbrachte ich noch gut 20 Minuten in dem Laden, um Maß zu nehmen, Stoff auszusuchen, über den Preis zu verhandeln und heraus zu bekommen, wann ich das gute Stück denn abholen könne. Das ist gar nicht so einfach, wenn man sich nicht auf ein und der Selben Sprache verständigen kann!
Nun denn, jetzt bin ich gespannt, was bei der ganzen Aktion herauskommt – wir werden sehen…

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