Montag, 21. Oktober 2013

Zurück in Kathmandu



Am Ende unseres Urlaubs verbrachten wir noch einige Tage in Kathmandu um uns ein paar Highlights des hiesigen Kultur- und Touristenprogramms zu Gemüte zu führen.


Tag 1 – Nach Hause
Am Donnerstag (Tag 11 unseres Urlaubs) machten wir uns wieder mit dem Touristenbus auf den Weg nach Kathmandu. Während wir so durch die regnerische Landschaft fuhren, machte ich mir Gedanken, wie es wohl sein würde wieder im lauten, stinkenden und überfüllten Kathmandu zu sein. Als wir zu Beginn unseres Urlaubs in Pokhara ankamen, hatte ich mich noch unwohl in dieser Ruhe mit all den Touristen gefühlt, aber schon nach dem Treck war mir das eigentlich wirklich sehr dezente und seltene Hupen dort zu viel.
Wie sollte das in einer Stadt werden, in der sämtliche Sinnesorgane überreizt werden?
Nun, ich verschlief die Einfahrt in Kathmandu. Wie war das möglich? Ich hätte doch vor Gestank die Nase rümpfen, oder zumindest vom Lärmpegel wach werden müssen…
Die Geschäfte waren verschlossen und die Straßen nahezu leer. Es war still.
Ich war enttäuscht. Wo war mein Kathmandu? Wo waren all die doch so vertrauten Eindrücke? Ausgeflogen. Denn es war noch immer Dashain, das Fest, zu dem alle Verwandten besucht werden. Und Verwandte leben nicht in Kathmandu. Verwandte leben auf dem Land, in kleinen Dörfern.

Und Festivals haben noch andere Nebeneffekte. Wo weniger Menschen sind, sind auch weniger Taxis. Und wo wenig Taxis sind, steigen die Preise. Aber wir gönnten uns den Luxus. Und nicht nur diesen, denn danach gab es für uns alle erst mal eine warme Dusche in unserem Apartment und Pizza im „Roadhouse Café“.


Tag 2 – Boudha und Pashupatinath
Diesen Tag wollten wir mit einem ausgiebigen Obstfrühstück beginnen. „Papaya, Granatapfel, Banane, Melone und ein Überraschungsobst“ standen auf der Wunschliste, als ich mich auf den Weg zur Gemüsefrau um die Ecke machte.
Aber Dashain machte uns erneut einen Strich durch die Rechnung, denn auch Gemüseverkäufer schienen zu feiern. Im Supermarkt sah es mit exotischen Früchten auch sehr rar aus, und so kam ich lediglich mit reichlich „Überraschungsobst“ wieder zurück.
Mehr oder weniger gut gestärkt machten wir uns später mit dem Mikro (Transporter, die hier umgebaut als Busse fungieren) auf den Weg nach Boudha.
Wieder ein Mal war schon die Fahrt ein Erlebnis, denn in diesen Fahrzeugen fühle selbst ich mich riesig. Und breite, westliche Hüften sind in Anbetracht der Größe der  „Sitze“ und der Anzahl der Fahrgäste auch eher ungeeignet. Aber wie immer hatten wir mächtig Spaß und amüsierten uns eher über unsere unvorteilhaften Proportionen.

Boudha
Boudha ist ein Vorort im Nordwesten Kathmandus, welcher vor allem für seinen weißen Stupa bekannt ist. Dieser Stupa ist mit seinen 36 Metern Höhe der größte Nepals und gleichzeitig der wichtigste tibetische Stützpunkt außerhalb Tibets. 


Der Stupa



Gelegentlich muss auch ein Heiligtum mal ausgebessert werden



Die „Buddha Augen“ symbolisieren die Allwissenheit Buddhas. 
Da sie hier in Nepal an jedem Stupa zu sehen und damit allgegenwärtig sind, wurden sie ebenso ein Symbol für das Land selbst.




Details





 












Menschen









  



Danach gab es dann wieder ein Mal Momos, bevor wir uns zu Fuß auf den Weg nach Pashupatinath machten.



Pashupatinath
Pashupatinath ist eines der größten, wenn nicht das größte hinduistische Heiligtum Nepals.
Hier wird Shiva als „Pashupati“ (ja nach Interpretation „Herr der Tiere“ oder „Herr des Lebens“) verehrt.
Der weitläufige Tempelbezirk ist nur teilweise für Touristen zugänglich und wird vom Bagmati (Fluss) in zwei Bereiche geteilt. Am linken Ufer befinden sich der eigentliche Tempel und die Verbrennungsstätten. Am rechten Ufer erstreckt sich den Hügel hinauf eine weitläufige, grüne Anlage.


Tempelanlage













Details


 










Nach diesem eindrucksvollen Kulturprogramm schlenderten wir noch ein Wenig durch die umliegenden Gassen, um dann mit dem Mikro nach Thamel (Touristenstadtteil) zu fahren. Dort kauften wir allerlei Schnickschnack, gingen Essen und ließen den Abend im „Purple Haze“ (bekannte/r Bar/Club in Kathmandu) ausklingen.


Tag 2 – Buddhistische Klöster
Auch an diesem Tag machten wir uns, nach einem dieses Mal opulenteren Obstfrühstück, auf den Weg. Wir hatten uns eine „Wander-Route“ nahe Boudha herausgesucht, die von einem kleinen Tempel über 3 buddhistische Klöster führt.

Tempel










Pullhari Monastery
Dieses buddhistische Kloster war das Erste auf unserer Route. Wir entdeckten es eher zufällig, da es nicht direkt auf dem Weg liegt.
  

 
















Kopan Monastery
Dieses Kloster ist das bekannteste der drei. Im Gegensatz zum ersten waren wir hier nicht die einzigen Besucher. Es schien sogar Führungen und ein Restaurant zu geben. Und das, wo diese Anlage weitaus kleiner und unspektakulärer ist.










Kopan Khachoc Ghakyil Ling Nunnery
Dieses Nonnenkloster unterschied sich deutlich von den anderen. Nicht nur, dass das Tor verschlossen war und wir um Einlass bitten mussten, es wirkte auch sehr ärmlich. Im Gegensatz zum zweiten, touristischen Kloster, wo man für „Bildung, Medizin und besondere Ereignisse“ spenden konnte, gab es hier nur die Optionen „Essen, Reparaturen und Kleidung“. 







Am Abend führte uns unser Weg dann noch nach Patan (südlicher Teil Kathmandus), wo wir typisch newarisch (Newar ist eine nepalesische Ethnie, die hauptsächlich im Kathmandutal angesiedelt ist) Essen gingen.



Tag 3 – Purer Luxus
An diesem Tag ließen wir es uns so richtig gut gehen!
Nur einen Espresso aus unserer Caffettiera intus, machten wir uns am Vormittag auf den Weg zum Hyatt 5 Sterne Luxushotel um dort beim Brunch unseren letzten Urlaubstag noch einmal richtig zu genießen.
1,5 Stunden lang schlugen wir uns den Bauch mit allerlei extravagantem Zeug voll, gekrönt von einem Entspannungsbad im hoteleigenen Freiluft-Whirlpool.





 



Da Geld im Luxusrausch keine, die Figur jedoch eine umso größere Rolle spielt, verbrachten wir den Rest des Tages mit einem ganz besonderem Ausdauertraining: Shopping.
Von Schals und Schmuck, über Klamotten und Lampen, bis hin zu Esoterikbedarf – in Thamel gibt es ALLES was das Touristenherz begehrt.
Und so deckten wir uns mit allerlei Krams ein. Und da der Dekadenz noch nicht genug war, ging es auch noch ein Mal essen. Wir hatten ja schließlich Urlaub!




Diese Schaukeln aus Bambus und Kokos findet man zu Dashain nahezu überall im Land.
Es heißt, dass, wenn man beim Abschwingen auf der Schaukel den Boden verlässt, 
alle schlechten Gefühle von einem genommen und durch neue, lebensspendende ersetzt werden.



Die Zahnärztin in dieser „Klinik“ ist übrigens eine mütterliche, geschätzte 70 Jahre alte Dame, deren Brillengläser die Dicke von Toastscheiben haben.



Nun sind Urlaub und Festival vorbei und der Alltag ist längst wieder eingekehrt.
Aber Kathmandu ist letztlich doch nicht mehr aus seinem Schlummer erwacht. Denn auf ein Fest, folgte ein zweites. Und jetzt ist wegen der kommenden Wahlen für 10 Tage Bandha (quasi Generalstreik). Die Straßen sind noch immer leer und die Stadt ist still.
Durch die Minimierung des Verkehrs schwindet der Smog, sodass man täglich den Himalaya sehen kann.
Und so schwärme ich meiner nächsten Reise entgegen, um noch mehr dieses wundervollen Landes zu sehen.