Montag, 30. September 2013

Am ***** der Welt

Viele von euch fragen sich bestimmt, wie Nepal ist. Man hört ja immer wieder irgendwas und formt sich daraus sein „eigenes Nepal“. Als ich nach Nepal kam, hatte ich keine Ahnung von dem, was mich erwarten würde. Meine Vorstellung beschränkte sich größtenteils auf das Bild eines fernen Landes, mit fremder Kultur,  exotischer Natur und großem Fokus auf Religion. Das Leben hier stellte ich mir unheimlich simpel und bodenständig vor und ehrlich gesagt dachte ich, Nepal wäre ziemlich weltfremd, ohne die Erreichbarkeit von westlichen Errungenschaften.Mit dieser Vorstellung im Kopf war Kathmandu einen ganz schöner Schock und ich möchte hier die Möglichkeit nutzen euch Einblick in „Das westliche Kathmandu“ zu verschaffen. Bitte versteht mich nicht falsch: Nepal und auch Kathmandu entsprechen durchaus in vielen Punkten unserem exotischen und fremden Bild, aber es gibt vieles, was man als „Westler“ vielleicht nicht so erwarten würde und dieses Wochenende hat mir das wieder ein Mal gezeigt.


Ein ziemlich multikulturelles Wochenende:
Kathmandu ist laut, voll und stinkt. Die Übervölkerung an Hunden, Menschen, Mofas und Autos führt zu einem entsprechenden Pegel an Verkehr, Lärm, Staub, Gerüchen und Platzmangel. Dementsprechend sehnt sich jeder, der länger als ein paar Tage hier verbringt, nach Stille, Grün und frischer Luft. Und genau damit lockt der so genannte „Garden of Dreams“, welcher unsere erste Anlaufstelle am Samstag war. Es ist ein mittelgroßer englisch/römisch angelegter Garten, welcher sich, wie eine Oase, inmitten Kathmandus befindet. Hier kann man sich im stillen Grün an Kaffee und Kuchen gütig tun und das westliche Ambiente genießen. Westliches Ambiente bedeutet im Übrigen: westliches Essen, im westlich angelegten Garten, zu westlichen Preisen, bestellt von westlichen Menschen – eine Erfahrung, auf die ich hätte verzichten können.
Worauf ich jedoch nicht verzichten konnte, war unsere anschließende Shopping-Tour. Denn wie das so ist, habe ich natürlich nicht alles an Klamotten dabei, was ich brauche. Speziell einfache Shirts sind in meinem Gepäck und, wie ich den letzten Wochen feststellen musste auch im gesamten Rest der Stadt, Mangelwahre! In keinem der hiesigen Geschäfte ist vergleichbares zu finden. Aber zum Glück bin ich nicht sie Einzige, die in der Hinsicht falsch gepackt hat. Also machten wir uns auf den Weg in die „westliche“ Einkaufmeile der Stadt, um zu H&M, Zara und Mango zu gehen. Jaaaah, so was gibt es hier! ...wobei man über Größe, Preise und Auswahl noch mal verhandeln müsste. Nur so viel: Wir haben leider KEINE Basics gefunden. 
                                                                                 




Nach ca. 3 Stunden umherwandern, waren wir dann noch im Bhat Bhateni, einem riesigen Supermarkt, in dem es vom Schlafsack, über Küchenbedarf und Kleidung bis hin zu Lebensmitteln alles gibt. Abgesehen von der Auswahl und den hohen Preisen, war mein persönliches Highlight hier das Rooftop. Eigentlich gehört dieses nicht zum normalen Bhat-Bhateni-Einkaufserlebnis dazu, aber wir haben uns, aus welcher Eingebung heraus auch immer, die Treppen hoch, über verlassene Etagen, bis aufs Dach gearbeitet – und der Blick war wunderbar!
                                                                                                 



Anschließend gab es noch Momos (wahlweise mit Hähnchen, Büffelfleisch, oder vegetarisch gefüllte Teigtaschen – gedämpft oder frittiert) in unserem Lieblings-Nepali-Restaurant und die Erkenntnis, das dieses auf Anfrage sogar Essen nach hause liefert ! :D
Ausklingen lassen haben wir den Abend, typisch deutsch, mit einem Bier auf dem Balkon.

Am Sonntag ging es dann früh, 11 Uhr (also nach nepalesischer Zeit fast schon nachmittags), zum Farmers Market. Dies ist ein Markt, der jeden Sonntag im Garten eines Restaurants stattfindet. Hier verkaufen jede Menge Auswanderer „fancyge“ Sachen wie hausgemachte Nudeln, Pesto, Brezeln, Käse etc., wieder Mal zu westlichen Preisen. Die ganzen Westler treffen sich hier zu Brunch und Gypsy Jazz auf der Terrasse des Restaurants – dekadent.
                                                                                             




Abends haben wir uns dann in einer kanadisch-thailänisch-amerikanisch-deutschen Gruppe zum Falafel-Kochen verabreden. Das Fazit: viiiel Arbeit, eine riesen Sauerei, aber leckeres Essen und viel Spaß!

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