Dienstag, 15. Oktober 2013

Das Touristenzentrum Nepals – Pokhara


Was sucht ein Tourist in Nepal, einem Land ohne extravagante Luxusresorts, Strand und Städte im „westlichen Stil“? Erholung und Entspannung ist es mit Sicherheit nicht! Aber was ist noch erstrebenswerter als seinen hart erkämpften Jahresurlaub  erholsam am Strand unter Palmen zu verbringen?
Die Antworten lauten Aktion, Abenteuer und Kultur. Und davon hat Nepal für uns Westler reichlich zu bieten:
Im Norden des Landes entspringen den schnee- und gletscherbedeckten Sieben-/Achttausender-Bergen reißende Flüsse, die sich ihren Weg bis ins südlich gelegene Terai (Flachland) mit seinem Dschungel und exotischer Fauna und Flora bahnen. Vorbei fließen sie an den unterschiedlichsten Aussichten. Von prunkvollen buddhistischen und hinduistischen Tempel- und Klosteranlagen; bis hin zu wunderschönen, mit Reisterrassen gesäumten Tälern, dessen saftiges Grün (oder auch Gelb) lediglich von kleinen malerischen Dörfern unterbrochen wird.
Nicht zuletzt wegen dieser Bedingungen ist Nepals wichtigster wirtschaftlicher Zweig über die Jahrzehnte der Tourismus geworden.
Im Angebot stehen Trecken, Paragliding, Raften, Mountainbiketouren, sowie die Besichtigung diverser heiliger Stätten.
Wer dazu noch etwas „Urlaubsflair“ braucht, ist in Pokhara genau richtig. Denn diese Stadt ist nicht nur perfekt gelegen um von dort aus das Abenteuer-Programm zu starten, sondern bietet auch allerlei westlicher Annehmlichkeiten wie Wellnessanlagen,  internationale Restaurants, nette Hotels und eine kleine Shoppingmeile direkt am See.
Hier wird glücklich, wer mal wieder massig weiße Menschen zu Gesicht bekommen mag, oder etwas Anstand vom wuseligen Kathmandu, bzw. den teilweise doch sehr eingängigen sozialen und kulturellen Eindrücken braucht.
Nicht unerwähnt bleiben sollte jedoch, dass die Stadt eine absolute Ausnahme von der Regel darstellt und einem hier das „echte Nepal“ entgeht.

Nun, in dieser Stadt verbrachten wir also nach unserem Treck noch drei Tage.

Tag 1 – Erstmal Entspannen
Und wie fängt ein entspannter Tag am besten an? Mit langem Schlafen und üppigem Frühstück! Das mit dem Schlafen hat auf Grund unserer schlechten Angewohnheit des frühen Aufstehens der letzten Tage leider nicht geklappt, aber das Frühstück war üppig und lecker. Gespeist wurden Omelette, Toast und Joghurt mit Früchten.
Anschließend ging es los zum See, wo wir mit dem Ruderboot hinaus schipperten. Auf der Mitte des Sees angekommen, hüpften wir ins Wasser und badeten ausgiebig bei 30°C in der Sonne um wahlweise braun, oder in meinem Falle tomatenrot zu werden.
Wieder auf dem Festland angekommen, verbrachten wir den Rest des Tages mit Essen, Shoppen, Essen, Rasten und Essen – So muss Urlaub sein!



Aussicht vom Hotel 




Aussichten vom See






Eines von den insgesammt 6 Kamelen in ganz Nepal




Tag 2/3 – Genug der Entspannung, wir brauchen Aktion!
Und die haben wir uns dann auch gleich vormittags gegeben. Es ging nämlich Paragliden.
Und das war tatsächlich eine nette Erfahrung. Nachdem wir diverse Preis-Verhandlungen und eine anstrengende Vanfahrt mit einem westlich Piloten, dessen Geschwätz über die angebliche Respektbasiertheit arrangierter Ehen in Nepal und Indien sich leider nicht abschalten ließ, überwunden hatten, war der Flug eine echte Entspannung!

Hier einige Eindrücke:





Anschließend ging es wieder Essen und Shoppen, was so anstrengen war, das wir uns danach erstmal, ganz dekadent, eine Massage in einem der etlichen Spas auf der Shoppingmeile gönnen mussten. Fazit hiervon: günstig, relativ gut und entspannend, allerdings sollten sich besonders weiße Menschen darauf einstellen, dass sie zur kleinen Attraktion für die Masseurinnen werden können.

Mehr oder weniger tiefenentspannt und mit fettigen Haaren (der Kopf bleibt bei der Massage nicht aus!) beschlossen wir anschließend noch auf ein Bier bei live Musik ins „Busy Bee“ zu gehen. Ja, und wie schon in meinem Beitrag über das Oktoberfest beschrieben, werden aus einem Bier gerne mal 2, oder 3, oder noch mehr.
Und so landeten wir am Ende des Abends auf dem Gelände der britischen Armee, in Gesellschaft einiger Soldaten, die sich in Nepal, kurz gesagt, mit der Rekrutierung der Gurkha-Soldaten beschäftigen. (Hier ein älterer, aber interessanter Artikel zum Thema Gurkha-Soldaten)

Von diesem äußerst spannenden und informativen Ausflug kamen wir dann am nächsten Morgen gegen 8 Uhr wieder zurück ins Hotel (übrigens das Selbe wie vor dem Treck), wo wir von unserem Gastgeber mit dem gewohnten schallenden Lachen begrüßt wurden.
Leider war die Ankunft im Hotel keinesfalls gleichbedeutend mit „ins Bettchen fallen“, da wir von besagtem Gastgeber zum Dashain feiern eingeladen waren. Bevor wir also nicht mehr aufwachten tranken Sandra und ich erst ein Mal einen Kaffee und gingen frühstücken.
Danach wurde dann, wie angekündigt „Dashain gefeiert“, was im Grunde gesegnet werden, Essen und Fotos machen bedeutete.




Da unser Zustand wohl kaum zu übersehen und der Gastgeber gnädig war, entließ er uns nach kurzer Zeit.
Den Rest des Tages verbrachten wir dann, passend zum regnerischen Wetter und unserer Stimmung, wieder ganz entspannt mit Essen, lesen und Karten Spielen.

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