Was sucht ein Tourist in Nepal, einem Land ohne extravagante Luxusresorts, Strand und Städte im „westlichen Stil“? Erholung und Entspannung ist es mit Sicherheit nicht! Aber was ist noch erstrebenswerter als seinen hart erkämpften Jahresurlaub erholsam am Strand unter Palmen zu verbringen?
Die Antworten lauten
Aktion, Abenteuer und Kultur. Und davon hat Nepal für uns Westler reichlich zu
bieten:
Im Norden des Landes
entspringen den schnee- und gletscherbedeckten Sieben-/Achttausender-Bergen
reißende Flüsse, die sich ihren Weg bis ins südlich gelegene Terai (Flachland)
mit seinem Dschungel und exotischer Fauna und Flora bahnen. Vorbei fließen sie
an den unterschiedlichsten Aussichten. Von prunkvollen buddhistischen und
hinduistischen Tempel- und Klosteranlagen; bis hin zu wunderschönen, mit Reisterrassen
gesäumten Tälern, dessen saftiges Grün (oder auch Gelb) lediglich von kleinen
malerischen Dörfern unterbrochen wird.
Nicht zuletzt wegen dieser
Bedingungen ist Nepals wichtigster wirtschaftlicher Zweig über die Jahrzehnte
der Tourismus geworden.
Im Angebot stehen Trecken,
Paragliding, Raften, Mountainbiketouren, sowie die Besichtigung diverser
heiliger Stätten.
Wer dazu noch etwas
„Urlaubsflair“ braucht, ist in Pokhara genau richtig. Denn diese Stadt ist
nicht nur perfekt gelegen um von dort aus das Abenteuer-Programm zu starten,
sondern bietet auch allerlei westlicher Annehmlichkeiten wie
Wellnessanlagen, internationale
Restaurants, nette Hotels und eine kleine Shoppingmeile direkt am See.
Hier wird glücklich, wer
mal wieder massig weiße Menschen zu Gesicht bekommen mag, oder etwas Anstand vom wuseligen Kathmandu, bzw. den teilweise doch sehr eingängigen
sozialen und kulturellen Eindrücken braucht.
Nicht unerwähnt bleiben
sollte jedoch, dass die Stadt eine absolute Ausnahme von der Regel darstellt
und einem hier das „echte Nepal“ entgeht.
Nun, in dieser Stadt
verbrachten wir also nach unserem Treck noch drei Tage.
Tag 1 – Erstmal Entspannen
Und wie fängt ein
entspannter Tag am besten an? Mit langem Schlafen und üppigem Frühstück! Das mit
dem Schlafen hat auf Grund unserer schlechten Angewohnheit des frühen
Aufstehens der letzten Tage leider nicht geklappt, aber das Frühstück war üppig
und lecker. Gespeist wurden Omelette, Toast und Joghurt mit Früchten.
Anschließend ging es los
zum See, wo wir mit dem Ruderboot hinaus schipperten. Auf der Mitte des Sees
angekommen, hüpften wir ins Wasser und badeten ausgiebig bei 30°C in der Sonne um
wahlweise braun, oder in meinem Falle tomatenrot zu werden.
Wieder auf dem Festland
angekommen, verbrachten wir den Rest des Tages mit Essen, Shoppen, Essen, Rasten
und Essen – So muss Urlaub sein!
Aussicht vom Hotel
Tag 2/3 – Genug der
Entspannung, wir brauchen Aktion!
Und die haben wir uns dann
auch gleich vormittags gegeben. Es ging nämlich Paragliden.
Und das war tatsächlich
eine nette Erfahrung. Nachdem wir diverse Preis-Verhandlungen und eine anstrengende
Vanfahrt mit einem westlich Piloten, dessen Geschwätz über die angebliche Respektbasiertheit
arrangierter Ehen in Nepal und Indien sich leider nicht abschalten ließ,
überwunden hatten, war der Flug eine echte Entspannung!
Anschließend ging es
wieder Essen und Shoppen, was so anstrengen war, das wir uns danach erstmal,
ganz dekadent, eine Massage in einem der etlichen Spas auf der Shoppingmeile
gönnen mussten. Fazit hiervon: günstig, relativ gut und entspannend, allerdings
sollten sich besonders weiße Menschen darauf einstellen, dass
sie zur kleinen Attraktion für die Masseurinnen werden können.
Mehr oder weniger tiefenentspannt
und mit fettigen Haaren (der Kopf bleibt bei der Massage nicht aus!)
beschlossen wir anschließend noch auf ein Bier bei live Musik ins „Busy Bee“ zu
gehen. Ja, und wie schon in meinem Beitrag über das Oktoberfest beschrieben,
werden aus einem Bier gerne mal 2, oder 3, oder noch mehr.
Und so landeten wir am
Ende des Abends auf dem Gelände der britischen Armee, in Gesellschaft einiger
Soldaten, die sich in Nepal, kurz gesagt, mit der Rekrutierung der Gurkha-Soldaten
beschäftigen. (Hier ein älterer, aber interessanter Artikel zum Thema Gurkha-Soldaten)
Von diesem äußerst
spannenden und informativen Ausflug kamen wir dann am nächsten Morgen gegen 8
Uhr wieder zurück ins Hotel (übrigens das Selbe wie vor dem Treck), wo wir von
unserem Gastgeber mit dem gewohnten schallenden Lachen begrüßt
wurden.
Leider war die Ankunft im
Hotel keinesfalls gleichbedeutend mit „ins Bettchen fallen“, da wir von besagtem
Gastgeber zum Dashain feiern eingeladen waren. Bevor wir also nicht mehr
aufwachten tranken Sandra und ich erst ein Mal einen Kaffee und gingen
frühstücken.
Danach wurde dann, wie
angekündigt „Dashain gefeiert“, was im Grunde gesegnet werden, Essen und Fotos
machen bedeutete.
Da unser Zustand wohl kaum zu übersehen und der Gastgeber gnädig war, entließ er uns nach kurzer
Zeit.
Den Rest des Tages
verbrachten wir dann, passend zum regnerischen Wetter und unserer Stimmung,
wieder ganz entspannt mit Essen, lesen und Karten Spielen.

klingt fantastisch
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